Samstag, 22. Juli 2017

Buch-Date: Die Widerspenstigkeit des Glücks

Buchdate. Da treffen sich im Internet einige Leser, die völlig verschiedene Bücher bevorzugen, und empfehlen dem anderen Bücher, die sie unbedingt lesen sollten. Seit dem ersten Buchdate hatte ich gespannt die Empfehlungen und Rezensionen mitverfolgt und nun endlich ließ meine Zeit es zu, dass ich auch mitmischen konnte.

Meine Empfehlungen an vro jongliert konntet ihr ja hier schon lesen, und auch, dass ich ziemlich unsicher war, ob meine vorgeschlagenen Bücher ihren Geschmack treffen werden. Nun, heute werden wir erfahren, für welches der drei vorgeschlagenen Bücher sie sich entschieden hat und wie es ihr gefiel. Bei zeilenende verraten heute alle Teilnehmer, wie ihr Buchdate war.

Für mich hatte Katja von Zwischen den Seiten auch drei Empfehlungen, von denen ich mich für eins entscheiden sollte. Ich durfte wählen zwischen
Der kleine Hobbit
Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte
und
Die Widerspenstigkeit des Glücks

Der kleine Hobbit steht schon lange auf meiner Leseliste und wurde wieder ein Stück nach oben geschoben, aber war mir für den Augenblick zu mächtig.
Die Geschichte von September mit dem merkwürdigen und langen Titel erinnert mich sehr an den Zauberer von Oz und ich schätze, dass ich sie bald zuende lesen werde. Kurz nach Ende des Schuljahres sprach mich aber die Widerspenstigkeit des Glücks am meisten an.

Amelia ist Verlagsvertreterin. Sie ist ständig auf Reisen und muss unhandliche Buchpakete herumschleppen. Dabei lernt sie die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. Er ist besitzer von Island Books, der etwas verstaubten Buchhandlung auf der abgelegenen Insel Alice Island. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt er sich des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt und einen festen Platz an seiner Seite findet. Und auch Amelia kann A. J. nicht so schnell vergessen...

So lautet der Klappentext des Buches. Meine Erwartungshaltung entsprach genau dem, was ich nach einem Schuljahr in der Zeugniswoche brauchte: leichte Unterhaltung, Liebe, Schmetterlinge im Bauch, vielleicht die eine oder andere Träne vor Ergriffenheit. Alles das bietet das Buch nicht. Und trotzdem habe ich es mit Genuss gelesen.

Es ist nicht leicht, den Inhalt des Buches zu beschreiben, ohne, wie der Klappentext, falsche Erwartungen zu wecken. Denn tatsächlich geht es um A. J., und darum, wie Maya und Amelia sein Leben verändern. Es geht um Liebe und Verrat, um Betrug, es gibt abenteuerliche Verwicklungen und Verstrickungen, die sich gegen Ende des Buches mehr oder weniger unerwartet auflösen. Aber alles das ist eine Nebenhandlung. Kein Eintauchen in die Gefühls- oder Gedankenwelt der Protagonisten, kein Verweilen an einem Ort oder in einem Moment. Statt dessen: Bücher.

Denn Bücher, oder vielleicht genauer: Lesen, das ist das eigentliche Thema des Romans. Die Liebe von A. J. und Amelia entwickelt sich aufgrund eines gemeinsamen Lieblingsbuches.Sie legt ihm "Späte Blüte" bei ihrem ersten Vertreterbesuch ans Herz, er liest es zufällig Jahre später und dann reden und reden und reden sie über dieses Buch und andere Bücher. Er redet über Bücher mit seinem neuen Freund, dem Polizeichef Lambiase, der in seiner Buchhandlung auch einen Lesezirkel für Polizisten und andere Krimifans eröffnet, er redet über Bücher mit Maya, seiner Adoptivtochter. Zu Menschen, mit denen er nicht über Bücher reden kann, findet er keinen Zugang.

Maya wächst in dieser Bücherwelt auf. Die Beschreibung, wie sie den Buchladen erlebt, gehörte zu meinen liebsten Stellen im Buch:

Sechzehn Stufen sind zu bewältigen, ehe man in die Buchhandlung kommt. Maya schlittert mit dem Allerwertesten eine nach der anderen hinunter, weil ihre Beine zu kurz sind, um die ganze Treppe in einem Rutsch zu bewältigen. Sie tapst quer durch den Laden, vorbei an den Büchern, in denen keine Bilder sind, vorbei an den Glückwunschkarten. Sie fährt mit der Hand über die Zeitschriften, gibt dem Drehständer mit den Lesezeichen einen Schubs. Guten Morgen, Zeitschriften! Guten Morgen, Lesezeichen! Guten Morgen, Bücher! Guten Morgen, Laden!
Die Wände der Buchhandlung sind bis knapp über ihrem Kopf mit Holz getäfelt, darüber ist blaue Tapete. An die kommt Maya nur mit einem Stuhl heran. Die Tapete hat ein Muster aus unebenen Kringeln, es fühlt sich gut an, das Gesicht daran zu reiben. Eines Tages wird sie in einem Buch das Wort "Damast" lesen und denken: Ja, genau, so nennt man das. Dagegen wird das Wort "Vertäfelung" eine große Enttäuschung sein.
Der Laden ist fünfzehn Mayas breit und zwanzig Mayas lang, das weiß sie, weil sie einen Nachmittag damit verbracht hat, ihn zu messen, indem sie sich der Länge nach darin hinlegte.[...]  

Vor jedem Kapitel findet der Leser eine Empfehlung von A. J. Dabei geht es nicht um Bücher, sondern um Short Storys, die er Maya ans Herz legt. Auch, als sie eine Schreibblockade hat, bekommt sie von ihm eine Liste Geschichten ans Herz gelegt. Natürlich gibt es dafür einen Grund, aber auch der berührte mich nicht wirklich, weil weder A. J. noch Maya noch eine der anderen Personen mich wirklich berührt hatten. Leider.

Mein Fazit: Ein sehr schönes Buch über Bücher und das Lesen selbst, das ich sehr genossen habe, obwohl es nicht meine Erwartungen getroffen hat.

Sonntag, 18. Juni 2017

Buch- Date: Die Wiedergeburt

Den größten Teil meiner Online-Zeit verbringe ich ja damit, das Internet leer zu lesen. Das ist nicht immer ganz einfach, jeden Tag wird mein Vorhaben boykottiert dadurch, dass so viele Menschen so viele neue Seiten schreiben, aber irgendwann werde ich die letzte Seite des Internets umblättern und dann?

Aber zum Göück gibt es Menschen wie Herrn Zeilenende, der uns daran erinnert, dass wir auch analog wundervollen Lesestoff haben. Und so lädt er immer wieder ein zum Buch-Date, bei dem die Teilnehmer sich gegenseitig drei Bücher empfehlen und eins davon lesen. Und weil die Sommerferien in greifbarer Nähe waren, habe ich dieses Mal mitgemacht.

Ein bisschen Bammel hatte ich ja schon, denn dort tummeln sich die verschiedensten Leser, und was empfehle ich denn jemandem, der am liebsten Tolstoi liest und Murakami??? Aber das Schicksal war sehr nett zu mir, denn vro jongliert zwar brilliant mit Wörtern, liest aber scheinbar ähnliche Bücher wie ich. Bücher von Cornelia Funke und Ken Follet mag ich jedenfalls auch.

Und nun ist es also meine Aufgabe, drei Bücher zu benennen, von denen ich der Meinung bin, dass vro jongliert sie mögen könnte und lesen sollte. Also dann:

Auf jeden Fall in meiner Liste steht Percy Jackson von Rick Riordan. Alternativ, wenn du die Griechen nicht so magst, auch die Kane-Chroniken oder Magnus Chase, aber Percy war schon mein Favorit.

Was ich als Buch auch sehr mochte, war Happy Smekday. An die Verfilmung musste ich mich erst gewöhnen, weil sie nur entfernt an das Buch angelehnt ist.

Beim dritten Buch habe ich jetzt eine Weile gegrübelt, weil ich nach etwas gesucht habe, was nicht in die Richtung Jugendbuch/ Fantasy geht. Liebe vro, vielleicht magst du auch Ditte Menschenkind? Das geht eher in die historische Richtung und ich habe es mehrfach und immer wieder sehr gerne gelesen. Ich bin gespannt, wofür du dich entscheidest und hoffe, du hast viel Vergnügen beim Lesen.

Ich muss weiterlesen, sonst komme ich nicht zum Schluss!

Seid lieb gegrüßt von

Frau Pappelheim

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